Was verursacht Turbulenzen?
Turbulenzen entstehen, wenn Luftmassen unterschiedlicher Geschwindigkeit, Temperatur oder Richtung aufeinandertreffen und die glatte Strömung in chaotische Wirbel zusammenbricht. Der häufigste Auslöser auf Langstreckenflügen ist der Jetstream — ein schnelles Windband in 8.000–12.000 Meter Höhe, das im Winter besonders stark ist. Daneben erzeugen Gewitter, Gebirge (Alpen, Rocky Mountains, Anden) und ungleichmäßige Bodenerwärmung Turbulenzen. Klarluftturbulenz (Clear-Air Turbulence, CAT) ist unsichtbar — keine Wolken, kein Regen — und entsteht direkt am Jetstream ohne visuellen Hinweis.
Welche Arten von Turbulenzen gibt es?
Es gibt fünf Haupttypen: (1) Klarluftturbulenz (CAT) — unsichtbar, am Jetstream, häufigste Art auf Langstrecken. (2) Gebirgswellenturbulenz — durch Windströmung über Gebirge (Alpen, Anden, Rocky Mountains). (3) Thermische Turbulenz — durch aufsteigende Warmluft über dem Boden, besonders im Sommer nachmittags. (4) Frontale Turbulenz — an Wetterfronten, wo Warm- und Kaltluft aufeinandertreffen. (5) Wirbelschleppturbulenz — erzeugt durch vorausfliegende Flugzeuge, von der Flugsicherung durch Abstände kontrolliert.
Wie stark können Turbulenzen werden?
Turbulenzen werden in vier Stufen eingeteilt: Leicht (kaum spürbar, normale Bewegung möglich), Mäßig (spürbare Erschütterungen, Gehen schwierig), Stark (plötzliche heftige Bewegungen, Gehen unmöglich, ungesicherte Gegenstände werden zu Projektilen) und Extrem (äußerst selten, strukturelle Belastung möglich). Der Großteil der Turbulenzen, die Passagiere erleben, ist leicht bis mäßig. Starke Turbulenzen, die länger als 1–2 Minuten andauern, sind sehr selten und machen Schlagzeilen.
Warum fühlen sich Turbulenzen schlimmer an als sie sind?
Menschen reagieren sehr empfindlich auf unerwartete Bewegungen, besonders wenn sie keine Kontrolle haben. Ein 'Absacken' von 10–20 Metern bei 10.000 Meter Höhe fühlt sich dramatisch an, ist aber für das Flugzeug strukturell bedeutungslos. Dazu kommen ungewohnte Geräusche (knarrende Kabine, klappernde Gepäckfächer) und die Tatsache, dass man weiß, wie hoch man fliegt. Turbulenzen wirken auf Passagiere stärker als auf die Piloten — nicht weil sie gefährlicher sind, sondern weil die Rückmeldung fehlt, die Piloten aus ihren Instrumenten bekommen.